
Im Sommer 2010 stieß ein åländisch-schwedisches Taucherteam in den äußeren Schären von Åland südlich von Föglö in 50 Meter Tiefe auf 145 Champagnerflaschen und fünf Bierflaschen, die in einem Schiffswrack lagen. Ein einmaliger Fund.
Als Vorbereitung aufs Wracktauchen hatten die Taucher das Wassergebiet mit einem Flächenecholot abgescannt und ganz deutlich ein Segelschiff erkannt. Das Schiff mit zwei ungebrochenen Masten stand auf dem Kiel. Auf Höhe des Wracks betrug die Sichtweite nur 1-2 Meter.
Nahezu intaktes Wrack
Zunächst schwammen die Taucher zum Heck. Mit starken Lampen untersuchten sie von dort aus systematisch den gesamten Schiffsrumpf. Bis auf ein abgefallenes Heckbord erwies sich der aus Planken gebaute 21,5 Meter lange und 6,5 Meter breite Schiffskörper als nahezu unversehrt.
Auf der rechte Seite direkt hinter dem hinteren Mast stießen die Taucher auf einen gemauerten Ofen mit Töpfen. Die Ofenseiten standen noch. Die Konstruktion des Schiffsrumpfs und die Gegenstände gaben Anlass zu der Vermutung, dass das Wrack fast zweihundert Jahre alt sein könnte.
Links vom Ruderstock wurden mehrere Flaschen Perlwein gefunden. Beim Verlassen des Wracks nahmen die Taucher eine Flasche mit.
Champagnerfund
Später stellte sich heraus, dass die aus dem Meer geborgene Flasche hervorragend erhaltenen, erstklassigen Champagner enthielt. Dank der Temperatur- und Lichtverhältnisse waren die Lagerungsbedingungen optimal. Durch den Druck in den Flaschen konnte das Salzwasser nicht durch die Korken in die Flaschen eindringen.
Am 16. Juli wurde die Nachricht veröffentlich, dass der „Älteste Champagner der Welt“ auf Åland gefunden worden war. Das Echo in den Massenmedien war enorm, Journalisten weltweit machten den Fund publik.
Zum Schutz des Funds führte die Landschaftsregierung Åland schon bald Beschränkungen für Taucher in der Umgebung des Wracks ein. Ende Juli wurden die Fotodokumentationen fortgesetzt, eine Reihe von Gegenständen wurde unter Aufsicht des Museumsbüros geborgen.
Außer dem Champagner, der nach dem Probieren klassifiziert und anschließend neu verkorkt wurde, sowie den Bierflaschen, die zur Analyse geschickt wurden, wurden Fundstücke wie Oktanten, Tonkrüge und Porzellan geborgen. Hierunter befanden sich einige Teller, die im Zeitraum 1820-1880 vom berühmten schwedischen Porzellanhersteller Rörstrands Porzellanfabrik hergestellt worden waren. In der Last wurden auch Spuren von Delikatessen wie Weintrauben gefunden.
Unbekanntes Schiff
Im darauffolgenden Sommer führte die Landschaftsregierung Åland zusammen mit dem Unternehmen A2 Subsea Exploration eine meeresarchäologische Untersuchung des Schiffs durch. Sedimentproben und dendrochronologische Proben wurden entnommen.
Das Ziel war es, das Wrack zu identifizieren, dessen Heimathafen und Ziel sowie die Umstände für das Sinken des Schiffs zu ermitteln. Bisher haben aber weder Untersuchungen noch Archivdaten weitere Aufschlüsse ergeben. Man kann nur darüber spekulieren, woher das Schiff kam und wohin es unterwegs war.
Vermutlich verunglückte das Schiff, als es von Süden in die alte Fahrrinne nach Björkör einfuhr. Die Untersuchungen und Funde deuten darauf hin, dass das Wrack aus der ersten Hälfte des 19. Jhs. stammt. Als bedeutende geschichtliche Stätte gehört das gesunkene Schiff der Landschaftsregierung Åland.
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